K i r c h e n m u s i k   T r e b g a s t
 


Die Orgeln der St.-Johannes-Kirche


Die Tretzscher - Orgel (1676)


Die erste Orgel in der Trebgaster St. Johannes-Kirche wurde von Matthias Tretzscher, Kulmbach, einem der führenden Orgelbauer der Barockzeit in Franken, im Jahr 1676 erbaut. Es handelte sich um ein 1-manualiges Instrument und Pedal mit 11 Registern.  Folgende Disposition ist aus einem Schreiben der Orgelbauer Graichen & Ritter bekannt, da die Orgel zum Verkauf an die Wirsberger Kirchengemeinde 1743 angeboten wurde:


Manual:                      Pedal:

Principal 8`                 Sub-Baß 16`

Bourdon 8`                 Octav-Baß 8`

Octav 4`

Kleingedackt 4`

Quinta 3`

Octav 2`

Terz 2`

Flagoloeth 1`

Mixtur 4-fach 1 1/2`


                                             

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Die Graichen & Ritter - Orgel (1749)


Vorbild der heutigen Orgel ist das in den Jahren 1744 bis 1749 erbaute Orgelwerk von Johann Jakob Graichen und Johann Nikolaus Ritter aus Hof, Schüler des berühmten Freiberger Orgelbaumeisters Gottfried Silbermann. Der Orgelprospekt, der mit seinen Schweifungen an die bekannte Silbermann-Orgel (1720) der Dresdner Sophienkirche erinnert, stellt von seiner Größe und Schönheit ein wahres Meisterwerk der beiden Hofer Orgelbauer dar. Muschelförmige Ornamente im Prospekt, geschnitzt von dem Bayreuther Bildhauer Gabriel Räntz. Zum gegenüberliegenden Kanzelaltar bietet der barocke Orgelprospekt eine weitere Sehenswürdigkeit und fügt sich harmonisch mit der kunstvoll mit biblischen Motiven ausgezierten Stuckdecke stilistisch in die Gesamtgestaltung des Kirchenraumes ein. Das Orgelwerk von Graichen & Ritter, 2-manualig mit 19 Registern, hatte folgende Disposition:


Unterwerk (C-c3)(49):     Oberwerk:              Pedalwerk(C-c1)(25):

Principal 8`                      Principal 4`          Violon Baß 16`

Bourdun 8`                      Quintathön 8`      Sub-Baß 16`

Viola da Gamba 8`         Gemshorn 4`        Octaven Baß 8

Octav 4`                           Octav 2`

Flöth 4`                           Nasath 11/2`

Quinta 3`                        Siffloet 1`

Octav 2`                          Cimbel 2fach 1`

Terz 2´                           - Tremulant

Mixtur 4fach 2`








Die Strebel - Orgel (1898)


1898 mußte das Orgelwerk von Graichen & Ritter

durch ein neues von Johannes Strebel aus Nürnberg

ersetzt werden, wobei jedoch der Prospekt erhalten

blieb. Bekannt ist bislang lediglich, dass es sich um ein

Instrument mit 17 Registern, verteilt auf 2 Manuale

und  Pedal mit 3 pneumatischen Kombinationen

handelte. Der Spieltisch der Orgel war so positioniert,

dass der Organist in die Gemeinde schauen konnte

(siehe Abbildung).


Die Disposition der Strebelorgel hat dankenswerter

Weise Volker Linhardt (ehemaligen Kantor in

Trebgast) im Rahmen seiner Facharbeit recherchiert.

Quelle ist:

Kirchenarchiv Trebgast (Brief vom 12.2.1962 von

KMD Schubert) bzw. Landeskirchenarchiv Nürnberg

(Kirchenarchiv Trebgast Akt Nr. 208)

(Kostenvoranschlag von Johannes Strebel mit

geplanter Disposition)

(Wo diese von 1961 abwich, siehe Anmerkung)



1. Manual

Bourdon 16´

Prinzipal 8`

Gamba 8´

Tibia 8´

Oktave 4´

Hohlflöte 4´

Oktav2´

Mixtur 4fach  (4´, 2´, 2 2/3´, 1 3/5´)  (Die Mixtur war 1961 aber terzlos)


2. Manual

Geigenprinzipal 8´

Salizional 8´

Lieblich Gedeckt 8´

Aeoline 8´

Fugara 4´  (1961 steht hier aber die Quint 2 2/3 aus dem Gemshorn 4´der Barockorgel)

Traversflöte 4´


Pedal

Subbass 16´

Violon 16´  (C-F als 8´und 5 1/3 geplant, jedoch nicht so ausgeführt)

Cello 8´





Die Schmid-Orgel (1978)


Nach barockem Vorbild hinsichtlich der Disposition und Bauweise erhielt die Trebgaster Orgel bereits 80 Jahre später erneut ein Orgelwerk, das Gerhard Schmidt aus Kaufbeuren erstellte. Dieses Orgelwerk umfasst 23 Register, verteilt auf drei Werke, und orientiert sich an dem Orgelbau von Graichen & Ritter aus dem Jahr 1749. Es gibt dem Instrument seinen ursprünglich barocken Klangcharakter zurück, der in der besonderen Art der Windzufuhr und den barockgebauten Kanaltremulanten hörbar ist und somit einen Eindruck über den historischen Orgelklang ermöglicht. Das Windladensystem ist auf der Basis von mechanischen Schleifladen erstellt. Die Spieltraktur ist mechanisch, ebenso die Registertraktur. Als spieltechnische Hilfe verfügt die Orgel über ein Koppel-Manual. Das heutige Orgelwerk wurde gegenüber seinem barocken Vorbild um 4 Register erweitert. Ergänzt wurden im Hauptwerk der Bourdon 16`, sowie im Pedalwerk der Floeth-Baß 4`, der Mixtur-Baß 3-fach und der Posaunen-Baß 16`. Gerhard Schmid gab der Orgel somit ein breiteres Klangspektrum und passte die Disposition als auch den Tonumfang im Pedal (Erweiterung C-f1) den heutigen Erfordernissen an. Orgel-Literatur der Barockzeit bis zur Moderne wurde somit darstellbar.

         


Hauptwerk (C-g3):                    Oberwerk:                    Pedalwerk(C-f1):                                                

Bourdon 16'                               Bourdon 8`                  Violon-Baß 16`

Principal 8'                                Principal 4`                 Sub-Baß 16`

Hohlflöth 8'                               Gemshorn 4`               Octaven-Baß 8`

Viola di Gamba 8'                    Spitzflöth 2`                Floeth-Baß 4`

Octav 4'                                     Nassath 1 1/2`           Mixtur-Baß 3-fach

Flöth 4'                                     Siffloeth 1`                   Posaunenbaß 16`

Quinta 3'                                  Cimbel 2-fach

Octav 2'                                    - Tremulant douce

Tertz 2'

Mixtur 4-fach                                                                                                                                             -Tremulant forte              Koppeln: II/P, III/P


Räntz-Prospekt der Graichen & Ritter / Schmid-Orgel:















Pedal-Turm:                                                   Mittelteil Prospekt:        














  




Spieltisch:                                                                      Registerzüge (Manubrien):




















Pfeifen des Hauptwerks:
















Blick vom Oberwerk in das Orgelinnere:                    Tremulanten:

(sichtbar links die Posaune 16`)























Spiel- und Registertraktur:                                       „Pfeifenfuß“ der Posaune 16`:

(Rückseite des Spieltisches)